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Der Borderline Mensch

03/2003
Hausarbeit (Auszug),
WS 2003
Der Borderline-Mensch
Stefan Gesmann, FH-Münster

Das Erscheinungsbild des Borderline-Menschen

Beziehungen
Die Beziehungen beschreibt Gneist als intensive, aber wackelige zu anderen, letztlich zur gesamten Wirklichkeit. Häufig findet ein Wechsel von Idealisierung und Entwertung von anderen und auch von der eigenen Person statt. Geprägt ist das Beziehungsleben der Borderline-Menschen durch die Angst vor dem Alleinsein, genauso wie die Angst vor dem Zusammensein, ein Zustand der sich für nicht Betroffene nur schwer nachvollziehen lässt.
Die Boderline-Menschen befinden sich oft ein Leben lang, in einem Prozeß der Suche nach einer erfüllten Partnerbeziehung und sind getrieben von einer starken Sehnsucht verstanden und geliebt zu werden. Oft hemmt sie in diesem Prozess der Suche ihr Mangel an Vertrauen und an Selbstvertrauen.
Handeln
Menschen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung weisen oft selbstschädigendes Verhalten auf. Beispiele hierfür sind Trinken, Rauchen, Drogenkonsum und süchtiges Essen. Ebenfalls oft vorzufinden sind die Neigungen zur Selbstverletzung bis hin zu Selbstverstümmelungen, Selbstmordversuchen und Selbstmorden.
Des weiteren sind mehrere Formen von Zwängen wie zwanghaftes Putzen und Arbeitswut bei Borderline-Menschen häufig anzutreffen. Sie sind in einer Zwischenwelt in der sie rastlos leben um Passivität und Langeweile zu vermeiden.
Stimmung und Antrieb
Arbeitet man mit Boderline-Menschen so wird einem der schnelle Wechsel der Stimmung und des Antriebes der Personen ins Auge fallen. Wechsel von freundlich zu unfreundlich, unbeschwert zu deprimiert, ruhig zu reizbar und ausgeglichen zu panisch-ängstlich machen Boderline-Menschen zu Personen deren Stimmung und Antrieb scheinbar einem Roulette Spiel ähneln. Für Angehörige bedeutet dies ein ständiges beobachten und interpretieren der aktuellen Verfassung der Person die am Boderline-Syndrom erkrankt ist. Reagiert man falsch auf die Verfassung der betroffenen Person, so kann diese leichter als "gesunde" Menschen die Beherrschung und Selbstkontrolle verlieren.
Gefühle
Menschen die an der Borderline-Persönlichkeitsstörung erkrankt sind, können ihre Gefühle nur in einem sehr beschränkten Maße kontrollieren. Intensive Wut und Wutausbrüche, Haß und Selbsthaß, das Gefühl der absoluten Verzweiflung machen den Betroffenen die Führung einer Beziehung nahezu unmöglich. Für den Partner eines Betroffenen heißt es, mit einem Menschen zu leben, der seine Gefühle entweder extrem auslebt, oder total zurücknimmt.

Persönlichkeit des Borderline-Menschen

Selbstbild
Das Selbstbild, also das Bild wie sich ein Mensch selbst wahrnimmt, ist bei den am Borderline-Syndorm erkrankten Menschen geprägt von einem Mangel an Selbstliebe und Selbstrespekt. Es geht dem Betroffenen darum ständig zu überprüfen welches Bild er nach außen hin darstellt. Die Suche nach Bestätigung bis hin zur Provokation von Ablehnung bestimmen das Selbstbild des Betroffenen. Des weiteren kann das Selbstbild eine große Unsicherheit bezüglich der eigenen Geschlechterrolle aufweisen. Borderline Menschen können homosexuelle Beziehungen eingehen, nicht auf Grund das sie wirklich das gleiche Geschlecht lieben, sondern aus Angst vor dem anderen Geschlecht.
Wertvorstellungen
Die Wertvorstellungen von erkrankten Menschen sind geprägt von einem starken schwarz-weiß Denken. Eine Person, die in einem Moment noch als Freund gesehen wird, kann durch eine Verhaltensweise die vom erkrankten Borderline-Menschen nicht eingeschätzt werden kann, im nächsten Moment als Bedrohlich empfunden werden. Menschen die mit Boderline-Personen in Beziehung stehen müssen damit rechnen, diesem Wechselbad der Gefühle ausgeliefert zu sein. Wer in einem Moment noch als hochintelligent beschrieben wird, kann im nächsten Moment bereits als strohdumm beschimpft werden. Bei erkrankten Personen ist die Tendenz festzustellen, dass sie versuchen ihre innere Spaltung auf andere oder auf Gruppen übertragen wollen. Hintergrund ist, dass sie so eine Möglichkeit finden sich von dem innerlichen Druck der Spaltung zu befreien. Menschen die vom Boderline-Syndrom betroffenen sind verfügen häufig über ein hohes Maß an Sprachgewandheit, an Witz und unterschwelligen Humor. Methoden die Helfen mit der problematischen Situation umzugehen.
Nähe und Distanz
Ein großes Problem der erkrankten Borderline-Menschen ist das Unvermögen sich abzugrenzen. Werden Personen als bedrohlich erlebt, so führt das dazu, das der erkrankte permanent versucht, diese Person zu kontrollieren. Ein weiterer wichtiger Faktor der es den erkrankten so schwer macht, Nähe oder Distanz aufzubauen, ist die Tatsache, dass sie sich mit dem gegenüber identifizieren. Greift also ein Boderline-Mensch einen anderen an, so greift er sich selber an. Hierdurch ist es den erkrankten Personen nicht möglich sich von den Menschen abzugrenzen, die ihnen nicht gut tun. Gehen sie auf Distanz so werden andere Probleme auftreten, wie beispielsweise die Angst vor dem alleine sein. Die erkrankte Person befindet sich in einem Teufelskreis, dessen Erkenntnis of zur weiteren Verstärkung der genannten Symptome-führt.
Realitätsbezug
Borderline Menschen sind nicht schizophren, sie können die Wirklichkeit als solche einschätzen, ihr Verhalten wird jedoch durch ihr subjektives Erleben dieser Wirklichkeit gesteuert. Durch einen Mangel an Selbstkontrolle und der Fähigkeit Angst auszuhalten wird das Verhalten von erkrankten Menschen so sehr beeinflusst, das es ihnen oft nicht möglich ist, angemessen zu reagieren. Gerade im Umgang mit Beziehungen zeigen sich besonders stark die Probleme, aber auch die Stärken der erkrankten Personen. Es scheint zunächst verwunderlich in diesem Zusammenhang von Stärken zu sprechen, jedoch trifft diese Beschreibung durchaus auf die Betroffenen zu, da Borderline erkrankte Personen oft ein hohes Maß an Begeisterungsfähigkeit besitzen, und durch viel Lebendigkeit und Kreativität glänzen.

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